Wissensschatz

Periode

Zyklusphasen, Regelschmerzen und Menstruationsprodukte im Überblick.

Was passiert bei der Periode eigentlich?

Deine Periode (Menstruation) ist die Blutung, die entsteht, wenn sich die Gebärmutterschleimhaut ablöst, weil keine Schwangerschaft eingetreten ist. Im Schnitt dauert sie 3 bis 7 Tage, der Blutverlust liegt über den ganzen Zyklus meist bei 30–80 ml – das klingt nach mehr, als es aussieht.

Die vier Phasen deines Zyklus

Deine Periode ist nur eine Phase eines größeren, wiederkehrenden Kreislaufs:

Wichtig: Diese Zahlen sind Durchschnittswerte für einen 28-Tage-Zyklus. Dein eigener Zyklus kann – wie oben beschrieben – zwischen 21 und 35 Tagen liegen, ohne dass etwas „falsch“ ist.

Erste Periode (Menarche): Im Schnitt bekommen Mädchen in Deutschland ihre erste Periode zwischen 11 und 14 Jahren. Die ersten ein bis zwei Jahre danach sind Zyklen oft noch unregelmäßig – das ist normal, weil sich das Hormonsystem erst einspielt.

Regelschmerzen – was hilft wirklich?

Krämpfe entstehen durch Kontraktionen der Gebärmutter, ausgelöst durch Botenstoffe namens Prostaglandine. Leichte bis mittlere Schmerzen sind häufig, sehr starke Schmerzen, die dich regelmäßig außer Gefecht setzen, sind es nicht und sollten abgeklärt werden (z. B. auf Endometriose).

Menstruationsprodukte im Überblick

Einsteigerfreundlich

Binden

Werden außen getragen, kein direkter Kontakt mit dem Körperinneren, in vielen Saugstärken erhältlich. Gut für Anfängerinnen und Nächte.

Diskret & aktiv

Tampons

Werden in die Vagina eingeführt, dadurch unter Kleidung unsichtbar, gut geeignet für Sport und Schwimmen. Alle 4–8 Stunden wechseln, wegen des seltenen, aber ernstzunehmenden Toxischen-Schock-Syndroms (TSS) nicht länger tragen.

Wiederverwendbar

Menstruationstasse

Aus medizinischem Silikon, kann bis zu 12 Stunden getragen werden, spart langfristig Geld und Müll. Braucht etwas Übung beim Einsetzen und Entnehmen.

Nachhaltig

Periodenunterwäsche

Saugfähiger Stoff direkt in der Unterhose integriert, waschbar und wiederverwendbar. Gut als alleinige Lösung an leichten Tagen oder als Ergänzung zu Tampon/Tasse.

Wann sollte ich zur Ärztin oder zum Arzt?

Sprich mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Frauenärztin/einem Frauenarzt, wenn:

  • deine Schmerzen so stark sind, dass sie deinen Alltag regelmäßig beeinträchtigen,
  • du innerhalb von 1–2 Stunden mehrere Binden/Tampons durchtränkst,
  • deine Periode über 7 Tage hinaus andauert,
  • deine Periode über 3 Monate ausbleibt (ohne Schwangerschaft),
  • du zwischen den Perioden blutest.

Häufige Fragen

Kann ich mit Periode schwimmen oder Sport machen?

Ja, grundsätzlich spricht nichts dagegen – im Gegenteil, leichte Bewegung kann Krämpfe sogar lindern. Für Schwimmen eignen sich Tampons oder Menstruationstassen, da Binden Wasser aufsaugen würden.

Ist es normal, dass sich die Farbe des Periodenbluts verändert?

Ja. Periodenblut kann von hellrot über dunkelrot bis bräunlich variieren, je nachdem wie schnell es den Körper verlässt (älteres Blut wirkt dunkler, weil es oxidiert). Das ist in der Regel harmlos.

Was ist das Toxische-Schock-Syndrom (TSS) und muss ich mir Sorgen machen?

TSS ist eine seltene, aber ernstzunehmende bakterielle Infektion, die u. a. mit dem zu langen Tragen von Tampons in Verbindung gebracht wird. Das Risiko ist gering, lässt sich aber weiter senken, indem du Tampons regelmäßig wechselst (spätestens alle 8 Stunden) und nachts eher auf Binden oder eine Menstruationstasse zurückgreifst. Bei plötzlichem hohem Fieber, Hautausschlag, Erbrechen oder Schwindel während der Periode solltest du sofort ärztliche Hilfe suchen.

Warum ist PMS bei manchen so viel stärker als bei anderen?

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) entsteht durch den Hormonabfall in der zweiten Zyklushälfte und wirkt sich bei jedem Körper unterschiedlich stark aus – Genetik, Stresslevel, Schlaf und individuelle Sensibilität gegenüber Hormonschwankungen spielen eine Rolle. Wenn die Beschwerden sehr stark sind und Alltag oder Stimmung massiv beeinträchtigen (Stichwort PMDS), lohnt sich ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt.